Bergpark Wilhelmshöhe · Kassel

Das Geheimnis der Löwenburg

Eine Schnitzeljagd rund um die Burg, die nur so tut, als sei sie uralt.

9 Stationen · 1 Schloss · 1 verstecktes Ziel

Bevor ihr aufbrecht

Eine Burg wie eine Lüge

Historischer Stahlstich der Löwenburg zu Wilhelmshöhe bei Kassel im Mondlicht, mit Wanderern auf der Treppe
„Die Löwenburg zu Wilhelmshöhe bei Kassel" — historischer Stahlstich, gez. v. C. Reiss (aus Meyers Universum)

Was, wenn eine ganze Burg nur dafür gebaut wurde, um zu täuschen?

Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel ließ zwischen 1793 und 1801 mitten im Wald oberhalb seines Schlosses eine komplette Ritterburg errichten — mit Bergfried, Rüstkammer, zwei Zugbrücken und Turnierplatz. Nur: Diese Burg war nie eine Festung. Sie war ein Bühnenbild. Wilhelm wollte seinen Gästen weismachen, seine Familie herrsche schon seit dem Mittelalter über Hessen — was fast stimmt, denn regiert wurde tatsächlich seit 1567. Also baute er sich kurzerhand die passende „uralte" Ruine dazu.

Er steckte seine Dienerschaft in Rüstungen, füllte die Räume mit wertvollen Sammlungen und wohnte selbst — mit seiner Mätresse Karoline von Schlotheim — in den fürstlich ausgestatteten Innenräumen. 1821 wurde er in der Gruft unter der Burgkapelle beigesetzt, mitten in seiner eigenen Inszenierung.

Bis heute ranken sich Legenden um das Gemäuer. Wer die Löwenburg wirklich verstehen will, muss ihre Geheimnisse selbst aufspüren — mal eine Frage beantworten, mal einen Ort finden und mit einem Beweisfoto belegen. Jede Station gibt euch eine Ziffer. Am Ende ergeben alle zusammen den Code für ein Schloss, das euch zum letzten Ziel führt.

Los geht's — wie es sich gehört — am Tor.

Kapitel I

Das Tor, das lügt

Bemoostes, teilweise eingestürztes Ruinentor am Zugangsweg zur Löwenburg

Ihr steht vor bröckelndem Mauerwerk, halb eingestürzt, überwuchert von Efeu. Alles an diesem Torbogen schreit „Mittelalter". Und alles daran lügt. Diese Ruine wurde nie erobert, nie belagert, nie dem Verfall überlassen. Sie wurde exakt so gebaut — als Ruine, von der ersten Stunde an.

Wusstet ihr?Landgraf Wilhelm IX. beauftragte seinen Hofbaumeister Heinrich Christoph Jussow, eine komplett neue Burg zu errichten, die aber aussehen sollte, als stünde sie schon Jahrhunderte hier. Das Ergebnis gilt als eine der ersten pseudomittelalterlichen Burgen Europas.

In welchem Jahr fiel der erste Baustein für diese „uralte" Ruine?

3
Regel: letzte Ziffer der Jahreszahl 1793 → eure erste Ziffer ist die 3.

Kapitel II

Der perfekte Blick

Gesamtansicht der Löwenburg mit Türmen zwischen Bäumen

Es gibt genau einen Ort, an dem sich die Löwenburg so zeigt wie auf diesem Bild: die ganze Anlage auf einen Blick, Türme, Zinnen und Bergfried in perfekter Staffelung. Es ist der Lieblingsblick aller Fotografen — aber ihr müsst ihn erst einmal finden.

Eure AufgabeSucht den Standort, von dem aus ihr genau diese Ansicht der Burg vor euch habt. Wenn ihr ihn gefunden habt, haltet ihn mit einem Beweisfoto fest — dann verrät euch die Burg die nächste Ziffer.

Habt ihr den perfekten Blick gefunden?

8
Gefunden! Dieser klassische Postkartenblick schenkt euch als zweite Ziffer die 8.

Kapitel III

Die steinernen Wächter

Steinerner Löwe am Eingang, eine Pranke auf einem Ritterhelm

Am Eingang liegt er, gewaltig, eine Vorderpranke auf einer erbeuteten Rüstung: der Löwe, der der Burg ihren Namen gab. Er schläft nie — zumindest nicht in Stein.

Wusstet ihr?Der Name „Löwenburg" bezieht sich auf die steinernen Löwenfiguren, die Eingänge und Wehrgänge der Anlage bewachen — ein Machtsymbol, das die Landgrafen von Hessen seit Jahrhunderten führten.

Bildersuche: Worauf ruht die Pranke des Löwen auf diesem Foto?

2
Regel: zählt die Wörter der richtigen Antwort. „Ein Ritterhelm" = 2 Wörter → eure dritte Ziffer ist die 2.

Kapitel IV

Die uralte Eiche

Mächtige alte Eiche mit weit ausladender Krone am Wegesrand im Bergpark

Etwas abseits steht eine Eiche, die vermutlich mehr Kurfürsten hat kommen und gehen sehen, als jeder Chronist je aufschrieb. Ihr Stamm ist so breit, dass kaum zwei Menschen ihn umfassen könnten. Dieser Baum, so heißt es, war schon alt, als die Löwenburg noch gar nicht existierte.

Wusstet ihr?Manche Eichen werden über 800 Jahre alt. Die Riesin hier gehört zu den ältesten Bäumen im ganzen Bergpark — sie wurzelte schon lange, bevor Landgraf Wilhelm seine falsche Ruine in den Wald setzen ließ.

Was schätzt ihr — wie alt ist diese mächtige Eiche ungefähr? Vertraut eurem Bauchgefühl.

0
Gut geschätzt! Diese Eiche ist tatsächlich uralt — rund 300 Jahre. Letzte Ziffer von 300 → eure vierte Ziffer ist die 0.

Kapitel V

Die Liebestür

Halb geöffnete alte Holztür in einer Ruinenmauer, dahinter grünes Dickicht

Zwischen zwei Mauersteinen steht sie einen Spaltbreit offen: eine schlichte, blaugraue Holztür, die eigentlich niemand erwarten würde. Kein Wappen, kein Schmuck — nur ein Durchgang ins Dickicht. Manche im Bergpark nennen sie die „Liebestür".

Legende des BergparksWilhelm IX. lebte in der Löwenburg mit seiner Mätresse Karoline von Schlotheim — offiziell diskret, praktisch wusste es der ganze Hof. Der Sage nach soll genau diese unscheinbare Gartentür Wilhelm erlaubt haben, unbeobachtet zwischen seinen Gemächern und dem Burggarten hin und her zu gelangen. Belegt ist das nicht — aber eine hübsche Geschichte ist es allemal.

Wie hieß die Mätresse, mit der Wilhelm IX. in der Löwenburg lebte?

3
Regel: zählt die Wörter ihres Namens. „Karoline von Schlotheim" = 3 Wörter → eure fünfte Ziffer ist die 3.

Kapitel VI

Die Treppe der Ungeduld

Steintreppe führt hinauf zu den Türmen der Löwenburg

Die letzten Stufen sind immer die längsten. Über euch schieben sich zwei Türme ins Blau, so nah, dass ihr das Gefühl habt, das Gemäuer atmet. Also los — Stufe für Stufe hinauf. Und weil ihr sowieso schon zählt: Achtet mal darauf, wie viele es sind.

Wusstet ihr?Die Löwenburg thront auf rund 350 Metern über dem Meeresspiegel — deutlich höher als das Schloss Wilhelmshöhe unten im Tal. Jede dieser Stufen bringt euch ein Stück weiter hinauf zu diesen Höhenmetern.

Schätzfrage: Wie viele Stufen hat diese Treppe wohl? Zählt beim Hochsteigen ruhig mit!

0
Es sind rund 80 Stufen. Letzte Ziffer von 80 → eure sechste Ziffer ist die 0.

Kapitel VII

Die verborgenen Wappen

Steinernes Wappenrelief unter der Dachtraufe

Irgendwo an der Burg, halb verwittert und leicht zu übersehen, verbirgt sich ein Steinfries mit verschlungenen Wappen — direkt unter einer Dachtraufe, wo kaum jemand hinschaut. Die meisten Besucher gehen achtlos daran vorbei. Ihr nicht.

Eure AufgabeFindet diesen verwitterten Wappenfries an der Löwenburg. Habt ihr ihn entdeckt, macht ein Beweisfoto — dann gibt die Burg die nächste Ziffer frei.

Habt ihr die verborgenen Wappen gefunden?

2
Gefunden! Für euren Spürsinn schenkt euch die Burg als siebte Ziffer die 2.

Kapitel VIII

Der Brunnenhof

Brunnen im Innenbereich mit springendem Wasser, im Hintergrund eine kleine weiße Statue

Nach so viel Stein wirkt der Brunnenhof fast wie eine Verschnaufpause. Wasser, das leise plätschert, eine stille weiße Statue am Ende des Weges — und ein Gefühl, als hätte die Zeit hier für einen Moment angehalten.

Wusstet ihr?Zum historischen Konzept der Löwenburg gehört auch ein Burggarten mit geschnittenen Hecken, in dem bis heute eine Skulptur von Venus und Amor steht — ein romantisches Detail, das zeigt: Auch die Gartenanlage war Teil der großen Inszenierung.

Bildersuche: Wie viele Wasserstrahlen zählt ihr an diesem Brunnen?

4
Regel: die Anzahl der Wasserstrahlen ist eure achte Ziffer → 4.

Kapitel IX

Der Weitblick

Weiter Blick über Kassel vom Bergpark aus

Ganz oben lichtet sich der Wald für einen letzten, atemberaubenden Moment: Kassel liegt euch zu Füßen, ein Meer aus Dächern bis zum Horizont. Von hier oben versteht ihr, warum sich ein Landgraf ausgerechnet diesen Flecken Wald aussuchte, um seine Fantasie in Stein zu gießen.

Wusstet ihr?Der Bergpark Wilhelmshöhe mit seinen weltberühmten Wasserspielen und dem gewaltigen Herkules zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe — als eine der bedeutendsten Parkanlagen Europas. Nur: In welchem Jahr er diesen Titel bekam, müsst ihr selbst erraten.

Seit welchem Jahr ist der Bergpark UNESCO-Weltkulturerbe?

3
Regel: letzte Ziffer der Jahreszahl 2013 → eure neunte und letzte Ziffer ist die 3.

Die letzte Prüfung

Das Schloss der Löwenburg

Ihr habt alle neun Ziffern gesammelt. Gebt sie in der richtigen Reihenfolge ein — springt das Schloss auf, verrät euch die Burg ihr letztes Ziel.

Ich habe eine Ziffer vergessen

Eure bisher gesammelten Ziffern (in Reihenfolge der Kapitel):
— — —

Hinweise für die Spielleitung

Der Lösungscode ergibt sich aus den Ziffern in Reihenfolge der Kapitel: 3 8 2 0 3 0 2 4 3. Bei der Eiche (Kapitel IV) führt jede Antwort weiter; bei den Finde-Stationen (Kapitel II und VII) genügt ein beliebiges Beweisfoto — der Inhalt wird nicht geprüft.

Ziel-Location ändern: Ganz oben im <script> steht TREASURE_LOCATION mit lat, lng und label. Tragt dort einfach eure echten Koordinaten und eine Beschreibung ein — Karte und „Route öffnen"-Link aktualisieren sich automatisch. (Aktuell ein Platzhalter an der Löwenburg.)

Der Fortschritt wird nicht gespeichert; beim Neuladen beginnt die Jagd von vorn.